23.06.2011

Zug
Ratatatatat

„My Fury Is Rising
Faster Than Bus Fares“

Hügeliges, wellenhügeliges hessisches Bergland
Hotel Deutsches Haus Butzbach – leider geschlossen
Kuh!
Kuhherde!
Kuhkuh!

„Wish On Everything
Pray That She Remains
Proud And Strange
And So Hopelessly
Hopeful“

Lang Göns
B5
Geschlossen
Beschützt
Versteckt.
Ultras Never Surrender!

„Wishes And Prayers Are The Ways
How We Keep The Lonely Alone
And We Push The Wounded Away“

Dichte Wolkenturm
Wolken.
Celebration bringen um gerade nicht zu zelebrieren
Der Schmerz ist ein einsamer Jäger

Lollar
Peter Kurzeck
Metzgerei und Gastwirtschaft
Doch Andernorts sein?

„If I Die Alone
Let Me Die Right Here“

Gießen
Marburg
Malerisch
Gehisst
Hissss.

Niederwöllstadt.

Wo die Kabel?
Nur Kunststoffbecher?
Und Allein?
Wie eine Mutter?
Beschützt
Versteckt
(Weg)geschlossen.

„Let Every Wind
Howl And Creak
The Creaking Doors
To Rooms That
Too Much
Has Happened
In“

Kreisliga Tübingen: ASV Pfäffingen – SV Wendelsheim

Sportplatz Pfäffingen.

Regenschirm, Wintermantel, Schal, Mütze. Es ist Anfang November, Sonntag nachmittag und ich mache mich ausgehfertig für meinen Routine-Besuch auf dem Pfäffinger Sportplatz.

Pfäffingen ist der Ort, in dem ich seit Anfang Januar 2010 wohne. Der ASV Pfäffingen, der hiesige Sportverein, ist der erste Dorfverein, den ich seit den seligen Zeiten meines Engagements bei Victoria Clarholz regelmäßig besuche. Nach einer herausragenden vergangenen Saison in der Kreisliga A3, in der die Pfäffinger mit Platz 3 am letzten Spieltag nur knapp die Relegation für die Bezirksliga verpasst haben, ist diese Saison eine deutliche Ernüchterung. Vor dem heutigen Nachbarschaftsderby gegen den SV Wendelsheim haben die Pfäffinger fünf Tore geschossen, 44 Tore kassiert und lediglich zwei Punkte in torlosen Unentschieden erkämpft. Wohlgemerkt, nach dreizehn Spieltagen. Bei den bisher von mir besuchten Spiele war die Abwehr, besonders die unbewegliche Innenverteidigung, jedesmal für fünf bis sieben Gegentore gut und der Angriff im Gegensatz zur vergangenen Saison zahm und erfolglos.

Nun also Wendelsheim, mit neun Punkten Drittletzter der Tabelle. In der vergangenen Saison war mein Besuch des Pfäffinger Heimspiels gegen Wendelsheim ein richtiges Erlebnis, weil, wie bei allen von mir hier erlebten Spielen die Stimmung aufgeheizt war und es zu diversen verbalen Duellen zwischen Spielern und Zuschauern kam. Zu einem ließ sich auch der Schreiber dieser Zeilen verleiten, nachdem ein Wendelsheimer Spieler den Pfäffinger Zuschauern mit wenig Erfolg eine Runde Fellatio (vulgo: einen Blowjob) angeboten hatte.

Meine Bewährungshelferin daheim hatte mich also heute gewarnt – ich blieb zahm. Dafür legten beide Mannschaften unter den wenig wachsamen Augen des Schiedsrichters am verregneten Nachmittag im Ammertal so richtig los. Zwei Platzverweise, mehrere grobe Fouls mit der Chance auf einen Platzverweis und fünf Tore trugen zum hohen Unterhaltungsfaktor dieses Spiels bei, das hart umkämpft und fünfzig Minuten lang offen war. Zur Pause stand es erst 0:1 durch ein kurioses Tor, das vom Torwart des SV Wendelsheim mit einem weiten Abschlag eingeleitet wurde. Weil alle Pfäffinger am Ball vorbei sprangen respektive schlugen und der einzig aufmerksame Spieler der Stürmer der Gäste war, stand es zur Halbzeit eben null zu eins. Erst in Halbzeit zwei nutzten die Gäste von der Neckarseite des Pfaffenbergs weitere individuelle Fehler Pfäffingens und erhöhten im Verlauf der zweiten 45 Minuten weiter auf 0:5.

Wie fast immer bei Kreisligaspielen waren am Ende beide Seiten und alle Zuschauer sauer oder erregt über die Leistung des Schiedsrichters. Nur ich verlasse den jeweiligen Sportplatz immer mit einem tiefen Gefühl der Nächstenliebe für den einsamsten Mensch auf dem Platz, der von circa 100 Beteiligten laut beschimpft wird. Eigentlich möchte ich immer nur dem Schiedsrichter an der Spielfeldbegrenzung den Arm um die Schulter legen, eine heiße Tasse Tee servieren und ihn für seinen Mut, für seine Leidensfähigkeit und natürlich die gute Leistung beglückwünschen. Der heutige Schiedsrichter verließ unter wüsten Beschimpfungen den Platz und diskutierte auf dem Weg zur Kabine mit einzelnen Wendelsheimer Zuschauern, die die rote Karte für ihren Spieler nicht nachvollziehen konnten. Der Schiedsrichter blieb ruhig (meine Bewunderung!) und versuchte gleich noch die Reihenfolge der Diskutanten einzuhalten und jeweils nur auf den Tadel eines einzelnen einzugehen, ehe er sich dem nächsten zuwandte.

Ach, unterklassiger Fussball.

SV 03-Stadion, Tübingen.

Sonntag, 10. Oktober 2010.
15 Uhr.
Bezirksliga Alb:
SV 03 Tübingen – SSV Reutlingen II 2:3

Ein weiterer wunderschöner Oktobersonntag mit unterklassigem Fußball, wiedermal, hier eine kleine, leider verspätete Zusammenfassung.

Willkommen.

Zum Derby in der Bezirksliga Alb trafen mit dem SV 03 Tübingen und der zweiten Mannschaft des SSV Reutlingen die großen Traditionsvereine der Region aufeinander. Während der SSV Reutlingen nach einem zaghaften Türklopfer Richtung Bundesliga mittlerweile insolvent in die fünfte Liga abgeschmiert ist, liegen auch die großen Zeiten des SV 03 schon lange zurück. Ende der vierziger Jahre waren der SSV und der SV 03 für einige Jahre die führenden Mannschaften in der französischen Zone. Im Sommer 1950 verpasste der Verein von der Tübinger Jahnallee nur knapp die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

Tribüne und Catering.

Nach unten ging es dank mangelnder finanzieller Mittel im finanzschwachen Tübingen dann schnell. Mittlerweile spielt der SV 03 also in der Bezirksliga und trägt sich unter dem britischen Trainer Steve Trevallion sogar mit zaghaften Aufstiegswünschen in die Landesliga, wo sie auf den Ortsrivalen von der TSG Tübingen, deren Platz direkt gegenüber des SV 03-Stadions liegt, treffen würden.
Bisher ist es allerdings die zweite Mannschaft von der Reutlinger Kreuzeiche, die die Liga souverän anführt und den Aufstiegsanspruch bei den Tübingern untermauern will. Das tun sie auch mit einem spannenden 3:2, in dem es munter und sehenswert hin- und hergeht und beide Mannschaften ansprechenden Offensivfussball mit offenen Scheunentoren in der Abwehr liefern.


Freistoss für den SV03.

Seit dieser Saison spielt der SV 03 wieder regelmäßig auf seinem angestammten Platz, nachdem in der vergangenen Saison bedingt durch eine Generalsanierung der Leichtathletikanlage fast alle Spiele auf dem angrenzenden Kunstrasenplatz ausgetragen werden mussten. Die breite Laufbahn ist zwar störend, hinter dieser verbirgt sich aber eine der schönsten alten Holztribünen, die ich kenne. Von dieser und von der neben dem Catering gelegenen Bande verfolgten circa 200 ZuschauerInnen das Spiel, viele davon aus Reutlingen, die mit lauten Unmutsbekundungen und Pöbeleien gegen eigene Spieler nicht hinter dem Berg hielten, verstärkt durch die gute Tribünenakustik.

Lobenswert ist übrigens auch das für unterklassige Verhältnisse sehr gut gemachte Stadionheft der Tübinger zu erwähnen sowie die Tatsache, dass die kleinen Knirpse des Vereins gemeinsam mit der SV03-Mannschaft einlaufen durften und somit ein Hauch der großen weiten Fußballwelt durch das große Rund wehte. Zumindest für die aufgeregten und zappeligen Jungs und Mädels, unter denen ich zu meiner großen Freude auch die beiden Jungs meiner ehemaligen Nachbarn von der Tübinger Wilhelmstraße erblickte. Diese verfolgten das Bezirksligaspiel denn auch mit steigender Langeweile, jedenfalls waren sie Mitte der ersten Halbzeit bereits selbstkickend auf den Nebenplatz ausgewichen.


Raúl und Kaká haben hier nichts zu lachen.

Fussball.

Ein wunderschöner spätsommerlicher Sonntag – eine bessere Einladung, das Haus zu verlassen und einen Spaziergang durch die Umgebung zu machen kann es nicht geben.


Der Chronist und seine Freunde.

Zwei Minuten, nachdem die Haustür ins Schloss gefallen ist, bin ich auch schon raus aus dem Ort und bewege mich im Sulztal in Richtung Pfaffenberg, der zwischen Neckar- und Ammertal westlich von Tübingen in die Höhe, naja, ragt. Heute zieht es mich aber nicht in Richtung des brach liegenden Steinbruchs, den ich links liegen lasse, sondern ich befinde mich geschwinden Schrittes auf dem Weg nach Oberndorf, wo heute das Lokalderby der Fussball-Kreisliga Alb zwischen dem SV Oberndorf und dem SV Poltringen stattfindet. 45 Minuten dauert meine herbstliche Wanderung, ehe ich aus dem Wald heraustrete. Am Ortsrand von Oberndorf, zur Bischofsstadt Rottenburg gehörend, liegt der wunderschöne Sportplatz, den ich nun von oben überblicken kann. Lediglich geschätzte zwei oder drei Kilometer liegen zwischen den Sportplätzen der beiden Vereine. Nicht unwahrscheinlich, dass sich einige der Spieler schon auf dem Schulhof der weiterführenden Schule im Fussball duelliert haben – und durch fünfzehn Jahre Jugendfussball hindurch besser kennen als ihre Neffen und Nichten.


Blick über den Oberndorfer Sportplatz (I).


Blick über den Oberndorfer Sportplatz (II).

Gerade erst endete der Kreisliga C-Kick der zweiten Mannschaften von Oberndorf und Poltringen. Kleine Trauben junger Männer mit Bierflaschen stehen neben dem Vereinsheim. Auf den Stufen des sonnendurchfluteten und unter den Schatten spendenden Bäumen auf dem längs des Spielfelds liegenden Hügels finden sich zum Derby der beiden im vorderen Mittelfeld platzierten Mannschaften gut und gerne 150 ZuschauerInnen ein. Besonders bemerkenswert sind die beiden in luftiger Höhe gelegenen Sitzmöglichkeiten, die gute Aussicht und in einem Fall dringend benötigten Schatten spenden:


Die Oberndorfer “Friedenslinde”. Premium-Seats wie in der Veltins-Arena.

Schnell liegt der SV Oberndorf gegen den Aufsteiger aus dem Nachbarort in Führung, bedingt durch individuelle Unachtsamkeiten in der Abwehr der gelb-schwarzen. Während Oberndorf vor allen Dingen mit langen Bällen und schnellen Wechseln gedanklich und athletisch schneller ist, kann Poltringen technisch begabtes Personal aufbieten. Dieses läuft sich aber immer wieder in der Oberndorfer Abwehr fest. Dennoch gelingt dem SVP der Anschlusstreffer noch vor der Halbzeitpause.

Diese nutze ich, um mich am Kiosk an der Mittellinie mit einem Kaltgetränk zu erfrischen und die Seite zu wechseln, um nicht weitere 45 Minuten lang in die Sonne blicken zu müssen. Nicht nur sind die Photooptionen hier deutlich besser, auch die unmittelbare Gesellschaft besteht nicht aus berufsgelangweilten Jugendlichen in Trainingshosen sondern vornehmlich aus älteren Herren, die das Zwiegespräch mit dem Schiedsrichter und den Spielern der eigenen Mannschaft suchen. Meine Crew sozusagen. Mit einem sehr netten Herrn – offensichtlich ein Anhänger des SV Poltringen – komme ich Mitte der zweiten Halbzeit ins Gespräch. Glück scheine ich seinem Team jedoch nicht zu bringen. Dieses kassiert nach einigen verbalen Entgleisungen, welche sich vornehmlich gegen eigene Mitspieler oder den Linienrichter (auf diesem Niveau stellen die beiden Mannschaften je einen Linienrichter) richten, gegen Ende des Spiel die entscheidenden Gegentreffer zum 1:4.


Ländliche Idylle und gute Aussichten. Im Hintergrund die 25km entfernte Burg Hohenzollern.

Obwohl es reichlich Gelegenheiten gegeben hätte, der Schiedsrichter zieht sehr zu meinem Leidwesen heute keine geld-rote oder rote Karte wegen Beleidigung des Gegner oder der Zuschauer. Lediglich ein älterer Herr aus Reihen der Poltringer Anhänger, der hinter dem Tor seiner Co-Trainer-Rolle nachgeht – von der weder Verein noch die Mannschaft nicht in Kenntnis gesetzt wurde – muss, nachdem er eine Entscheidung des Schiedsrichters korrigierte, seinen Posten verlassen.

Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Nachmittag mit einem ansehnlichen Fussballspiel, trotz aller Fehler, Pöbeleien und Tretereien. Was in höheren Ligen so häufig aus dem Blickfeld rückt: Fussballspieler sind auch Menschen. Mit Abneigungen ihren Mannschaftskameraden gegenüber, die sie nicht für sich behalten können, einem Kater vom langen Vorabend oder einem berechtigten Neid auf den gegnerischen Spieler, der technisch so sehr beschlagen ist, dass diesem Neidgefühl nur mit einem beherzten Tackling Ausdruck verliehen werden kann. Für mich das Zitat des Tages: “So schlecht habe ich seit der C-Jugend nicht mehr gespielt.”

Tschüß Oberndorf.

Der Tag endet für mich nach der Rückkehr über den Pfaffenberg vor dem Computer. Der letzte Spieltag der regulären Saison in der Major League Baseball steht mit einigen spannenden Entscheidungen an und ich werde nicht eher ruhen, ehe die Spekulatius gegessen und die Spiele beendet sind.

Leatherface.

Es ist zugegebenermaßen lange her, dass ich der britischen Band Leatherface die ihr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Es gab eine lange Zeit, einige Jahre, in denen ich die Punkband um Sänger Frankie Stubbs häufig gehört, Konzerte besucht und ihre Musik und ihre Texte, ihren Stil, sehr verehrt habe… und das, ohne eine einzige Schallplatte von ihnen zu besitzen.
Das liegt vor allem an meinem Freund Mika, der Leatherface wie kaum eine andere Band verehrt und dies eben auch durch den Erwerb von Tonträgern zum Ausdruck gebracht hat, die ich mir dann auf Kassette aufgenommen habe, um diese durch meine Stereoanlage zu jagen.
Ein anderer Freund, ein anderer Michael, gehört ebenfalls zu den Menschen, die Leatherface sehr mögen. Und das, obwohl sein Musikgeschmack eigentlich nicht so sehr in Richtung Punkrock mit zerstörter Stimme und sägenden Gitarrenmelodien neigt. Schlicht: Auch er kann sich dem spröden Charme von Stubbs und Genossen nicht entziehen. Von einem gemeinsam besuchten Leatherface-Konzert in der Bielefelder Bogefabrik gibt es ein hervorragendes von Michael geschossenes Photo von Frankie Stubbs, dessen Ausdruck noch immer auf dem Karton, der meine Vinyl-Singles beinhaltet, prangt.
Letzterer nun in Berlin wohnender, aus dem gleichen Mikrokosmos wie ich und Mika stammender Michael machte mich nun via Facebook auf eine im Deutschlandfunk ausgestrahlte 45-minütige Sendung über Leatherface von Paul Baskerville aufmerksam. Jemand hat die Sendung mit dem Untertitel “Die letzte große Punkband?” aufgenommen und im Internet hochgeladen.
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add new post.

ein neuer eintrag. ein neuer tag. das wetter wird so langsam besser. coco traut sich mehr aus der wohnung, und sonnt sich gerade in diesem moment auf der fensterbank. diese wird zwar von unten noch beheizt, aber die sonne trägt auch ihren teil zu einem glücklich dort liegenden katzentier bei.

gleich mein kleiner ausflug in das nachbardorf. von ammerbuch-pfäffingen nach ammerbuch-poltringen, wo ich ein päckchen für e. aus der post-agentur abholen darf. der weg entlang der nagolder straße wird nicht länger als zehn minuten dauern und mich zu einem fachgeschäft für pferdezubehör führen. dort, und nur dort, gibt es briefmarken zu kaufen und post abzuholen.

mit dem besseren, wärmeren wetter steigt auch meine laune auf den frühling und auf den sommer, und damit einhergehend auf die unvermeidlich bald beginnende saison im baseball. e. und ich haben unsere ersten trainingseinheiten mit neuem baseball-schläger bereits vor zwei wochen hinter uns gebracht und hatten nachher muskelkater in den po-backen. keinen muskelkater bekommt yours truly, wenn er abends auf der couch oder im schreibtischstuhl chips einstopfend vor sich hin gammelt und entweder auf cubavision die playoffs der kubanischen baseball-liga oder das spring training aus den sonnigen ecken der vereinigten staaten anschaut.

es wird zeit für richtigen baseball. live in tübingen, oder softball-bundesliga in herrenberg. vielleicht mal ein ausflug nach heidenheim zum amtierenden deutschen meister. und dann im juli und im august findet ja auch noch das highlight statt: die baseball-em in heidenheim, neuenburg/rhein und stuttgart. die finaltickets liegen bereits ausgedruckt bereit!

und dann ist da ja noch meine ausbildung, die in genau siebzehn tagen beginnen wird. auf diese warte ich, und das warten ist schwer. weil ich nervös bin und weil ich mich darauf freue, und weil soviel neues auf mich wartet. die zeit rumzubringen ist schwer. ich lese und lese, und ich schreibe ab und zu mal ein paar artikel für baseballinsider.de und ich arbeite noch hin und wieder in tübingen. vielleicht organisiere ich ja auch meine freie zeit besser, wenn ich weniger davon habe. das wäre zu hoffen.

mit der hoffnung auf steigende laune, auf erfolgreiche und schöne zeiten.
bis bald,
m

The National – Terrible Love

ein ganz toller neuer song von einer meiner lieblingsbands, the national. aufgenommen aus dem us-fernsehen am 10. märz 2010. ihr neues album erscheint im mai und ich kann es kaum erwarten. “terrible love” ist der opening track des albums. wenn es so intensiv anfängt, wie ist dann erst der rest?

first post in a long time.

elizabeth and coco. i live with both of them. elizabeth, the partner. coco, the cat. this afternoon it was just coco and me. him sliding in the hallway on the carpets. stop. turn around. run. jump. sliiiiiide. we had some quality time together. like the old days. when i was in the bathroom he scratched at the door, i let him in, he took a peek at my pee, checked out the bathroom and left.

good times.

What better way to spend the Fourth of July…

wegweiser
…als auf einem Baseballplatz irgendwo in Deutschland?

Ungefähr einmal im Jahr, zusätzlich zu meinen regelmäßigen Baseball-Besuchen bei den Tübingen Hawks, die in der zweiten Bundesliga Süd spielen und dem Konsum vieler Major League Baseball-Spiele am heimischen Laptop, unternehme ich einen kleinen Ausflug in eine andere Baseball-Hochburg in Deutschland. Im vergangenen Jahr habe ich einen Besuch in Köln mit dem Playoff-Viertelfinale der Cologne Cardinals gegen den späteren Meister, die Regensburg Legionäre, verbunden. In diesem Jahr war ich bereits in Mannheim, um gemeinsam mit meinem charmanten Besuch aus Seattle die Mannheim Tornados gegen die Haar Disciples spielen zu sehen. Allerdings war das gleichzeitig stattfindende Slowpitch Softball-Turnier aufgrund des amateurhaften Charmes und der Anschlußfähigkeit an eigenes “Können” das Highlight dieses durch Pollenallergie geplagten Ausflugs. Vor zwei Jahren war ich ebenfalls bei den Mannheim Tornados, die damals im Viertelfinale gegen die Solingen Alligators eine Niederlage und einen Sieg schafften. Begeistert hat mich damals einerseits die freundliche, familiäre Atmosphäre am Roberto Clemente Field, das kenntnisreiche, interessierte Publikum und natürlich die spannenden Spiele. Ich saß damals auf einer Tribüne auf einer Holzbank, unter Schatten spendenden Eichenbäumen, neben mehreren kettenrauchenden älteren Herren, deren eigene Baseball-Karriere vielleicht schon einige Jahre zurücklag.

Mannheim ist in Deutschland die traditionsreichste Stadt, was Baseball angeht. Die Rhein-Main-Neckar-Region ist ohnehin die Region mit der größten Dichte an amerikanischer Armee nach dem zweiten Weltkrieg gewesen und insbesondere in Mannheim wurden von der Armee direkt nach dem Krieg auf den konfiszierten Sportplätzen der Stadt erste Baseballspiele und -turniere mit amerikanischen Armeeteams ausgetragen, die auch die Faszination der einheimischen Kinder und Jugendlichen weckten. Diese begannen bald selbst, Baseball zu spielen, und das mit einigem Erfolg: Mannheimer Teams waren bundes- und europaweit erfolgreich, Mannheimer Spieler nahmen an Welt- und Europameisterschaften teil und spielten auch in Mannheim teilweise vor mehreren tausend Zuschauern. Seit der Gründung der Mannheim Tornados im Jahr 1975 – damit sind die Tornados der älteste deutsche Baseballverein – gewannen die Baseballer insgesamt elfmal sowie die Softballmannschaft achtmal die deutsche Meisterschaft. Benannt haben sich die Tornados nach einem aus amerikanischen Soldaten bestehenden Team der Nachkriegszeit, das Tornadoes hieß, aus ausschließlich afro-amerikanischen Soldaten bzw. Spielern bestand und das das Lieblingsteam der damals noch im Kindesalter und später zu den Gründern zählenden Mannheimer Spieler war. Diese entschieden sich – so die Legende auf der Website der Tornados – ihre Mannschaft nach den amerikanischen Wirbelwinden zu benennen.

Am vierten Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag erfülle ich also meine pro-amerikanische Pflicht und fahre nach Mannheim zu den ersten beiden Spielen im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft zwischen den Mannheim Tornados und den Paderborn Untouchables, zwischen 1999 und 2oo5 insgesamt sechsmal deutscher Meister.

Leider nimmt mein Ausflug keinen guten Anfang. Damit meine ich einerseits, dass die deutsche Nationalhymne angesichts dieses Spiels von nationaler Tragweite gespielt wird – durchaus überflüssig, wenn mich jemand fragen würde. Dem Anlass angemessen wird immerhin die amerikanische Nationalhymne von einer in blau (Kleid), weiß (Flip Flops) und rot (Hut) gekleideten Frau a capella gesungen. Kaum läuft das Spiel 3o Minuten lang, fängt es schon an zu regnen und der Regenschauer wächst sich zu einem zwanzigminütigen Gewitterschauer aus, den ich nur als nachhaltigen Zorn über das Abspielen von “Einigkeit und Recht und Freiheit” interpretieren kann. Das Gewitter bedeutet aber auch, dass das Spielfeld fürs erste unbespielbar ist, ich erwäge angesichts weiterer dunkler Wolken am Horizont und der angekündigten Verzögerung von drei Stunden schon, meinen Ausflug nach Heidelberg zu verlegen, um deutscher Romantik den Vorzug vor amerikanischem Kulturimperialismus zu geben. Meine Loyalität dem Reich der Freiheit gegenüber ist aber doch stärker als mein Verlangen, Heidelberg zu sehen, und so spaziere ich durch die Gegend und verkürze die Wartezeit mit dem Lesen eines guten Buchs in der nun wieder strahlenden Sonne.

gewitter

Das schöne an Baseball ist, dass ein Spiel im Prinzip in jedem Moment noch gedreht werden kann, egal wie weit eine Mannschaft zurückliegt, egal wie groß der Vorsprung einer Mannschaft ist. Diese Möglichkeit bedeutet nicht nur Spannung und Aufregung, eine Nervosität, die sich von Inning zu Inning verdichtet und den Puls schneller werden lässt, sondern auch, dass die Hoffnung, ein Spiel noch drehen zu können, eine lange Lebensdauer hat. Der letzte Schlag des Spiels kann theoretisch das Spiel entscheiden, der letzte Wurf kann für einen Pitcher, der drei Stunden lang großartiges geleistet hat, zur Katastrophe werden.

Nachdem die Spieler gemeinsam mit freiwilligen Helfern also den Platz innerhalb von zweieinhalb Stunden wieder bespielbar gemacht haben, geht das erste Spiel nach fast dreistündiger Unterbrechung weiter, auch die Zuschauer_innen, die das Feld zuvor fluchtartig verlassen hatten, trudeln nach und nach wieder ein. Mannheim spielt in Offensive und Defensive gut und kann einen frühen 0:2-Rückstand kontinuierlich durch harte Schläge auf Würfe des Paderborner Pitchers Eugen Heilmann drehen und die Führung bis ins neunte Inning, den letzten Spielabschnitt, auf 9:2 ausbauen.
Für diese spezielle Spielsituation – ein Team führt, nur noch drei Spieler des Gegners müssen ausgeschaltet werden, um das Spiel zu gewinnen – gibt es eine besondere Rolle in einem Baseball-Team: den Closer. Dieser ist normalerweise nicht nur ein sehr guter, sondern eben auch der nervenstärkste Pitcher des Teams. Nachdem René Franke, übrigens genauso wie der Mannheimer Coach Georg Bull ein ehemaliger Paderborner, acht Innings sehr gut gepitcht hat, soll Jan Rüssel das Spiel siegreich beenden. Er trifft allerdings die Strikezone nur schlecht, lässt dadurch einen base on balls (durch vier balls) und zwei harte Schläge für Paderborn zu, die den Vorsprung der Mannheimer auf nur noch 9:5 verkürzen. Jetzt sieht es wirklich so aus, als könnte für Paderborn noch etwas gehen, es wird immer ruhiger im mit vielleicht 2oo Zuschauer_innen gut gefüllten Stadion. Die Nervosität bei Jan Rüssel, dem Pitcher der Mannheimer, nimmt verständlicherweise zu. Nach einem weiteren Schlag, der einen zweiten Paderborner auf die base bringt, wird nun doch Martin Dewald, ein Mannheimer, der in den USA an einem College als Closer pitcht, gebracht. Nach einem weiteren base on balls ist tatsächlich die Situation eingetreten, dass Mitch Franke für Paderborn mit nur einem Schlag, einem grand slam homerun, den Ausgleich erzielen kann. Andererseits kann auch das Gegenteil eintreten, und dieses ist viel wahrscheinlicher. Dass er den Ball zwar trifft, aber dass die Defensive diesen entweder aus der Luft fängt oder den Runner am ersten Base ausmachen kann. Als Franke den Ball trifft, wird es schlagartig ganz ganz still. Der Ball steigt hoch, fliegt weit, und verlässt in einem hohen Bogen über den Zaun das Stadion. Das fast Unmögliche ist eingetreten, das Spiel ist ausgeglichen. Mehr Punkte als diese vier können mit einem Schlag nicht erzielt werden, mehr Dramatik in einer Zeitspanne von 1o Minuten geht nicht. Das Spiel ist nämlich noch nicht vorbei, denn Mannheim hat noch die Möglichkeit, das Spiel vor der Verlängerung siegreich zu entscheiden. Dies gelingt ihnen nach einem hohen, weiten Schlag von Craig Pycock, der vom Zaun abprallt. In dem Moment, in dem Pycock den Ball trifft, läuft Lukas Egetmeyer, der an der ersten base steht, um sein Leben und trifft Millisekunden vor dem Ball an der home plate ein und erzielt das 1o:9 für Mannheim. Mannheim hat nach einem an Dramatik kaum zu überbietenden Ende das Spiel doch noch gewonnen.

softball
Das Softball- und Jugendfeld in Mannheim. Das Infield steht vollkommen unter Wasser, weshalb das Softball-Bundesligaspiel gegen die Darmstadt Rockets leider ausfallen musste. Die Damen bekamen natürlich keinerlei Hilfe durch Wasserwalze, Pumpe oder Schaufeln.

Die Paderborner Fans, die beim grand slam homerun von Mitch Franke noch wie die Besessenen am Zaun gerüttelt, geschrien und gehüpft sind, dem Herzinfarkt näher als dem nächsten Weizenbier, müssen nur 1o Minuten später mit ansehen, wie ihnen das Glück wieder zerrinnt… nach dieser Dramatik ist für die Paderborner Zuschauer_innen das nächste Weizenbier oberstes Gebot, vielleicht, um einen Herzinfarkt zu verhindern und die Herzfrequenz zu normalisieren.
Wer für die Dramatik lieber eine Fußballanalogie wünscht: Stell Dir vor, dein Team liegt in der 87. Minute mit 0:3 hinten und hat bisher offensiv nichts zustande gebracht, schießt dann wie aus heiterem Himmel bis zur 90. Minute drei Tore, gleicht somit aus, und kassiert dann in der 92. Minute doch das 3:4 und verliert das Spiel.

Es ist bereits 18h3o. Das zweite Spiel soll gegen 19h beginnen. Eine Weile überlege ich jetzt, ob ich noch bleiben oder gehen soll. Es gibt schließlich noch das zweite Spiel gleich im Anschluß, aber ich entscheide mich für den geordneten Rückzug nach Tübingen, wo ich dank des Internets erfahre, dass Martin Dewald, im ersten Spiel noch als zweiter Closer eingesetzt, das zweite Spiel für Mannheim gegen Paderborn mit 8:0 gewinnt. Kein Wunder vielleicht, dass Paderborn am Ende nicht mehr gegenhalten kann. Nach bestimmt fünf Stunden Fahrt, neun oder zehn Stunden auf dem Platz… und dann auch noch das erste Spiel in einem verrückten Finish knapp verloren… Sollte Mannheim ins Halbfinale vorrücken – im letzten Jahr verloren sie erst im Finale gegen die Regensburg Legionäre – werde ich auf jeden Fall wieder vorbeischauen.

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Bye bye, Roberto Clemente Field.

One Reason.

One Reason
All Rivers Lead South, All Roads Lead Home
(Plan-It-X #52; 32o kbit/s)

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Try // Listen
Please support the artists by buying their album.

1. sometimes we bleed
2. the black and the red
3. the story of a hometown
4. a legacy of empty buildings
5. about time we give something a try
6. southern rock anthem
7. dead end roads
8. rest stop
9. song we sing
10. no surrender

This is one of my favorite albums! I was at a show during my first week in Washington, DC back in 2oo4, but don’t really remember seeing them. Then, a few months later, they played at the Plan It X Fest in Bloomington, In and the intensity of their music and their performance just blew me away. This record does capture the band’s intensity and passion, has great lyrics, plus, all three members seem like great people!

Listening to this CD makes me scratch my head. This is an interesting record, and one that is hard to put your finger on. You would not be far off if you were to describe One Reason’s sound as Avail-esque Southern punk rock by way of Floridian emo [Hot Water Music, Against Me!]. Not to say that there isn’t a unique touch to every aspect of their music; far from it. The dual throaty male and female vocals certainly add a degree of freshness to this tunage, especially considering that Ginger puts forth some of the most badass female vocals I’ve ever heard without sounding contrived or forced.

What’s very odd is that some of the songs are spot on and amazing [The Black And The Red, Dead End Roads] while other can just feel awkward or boring [Sometimes We Bleed, Bout Time We Give Something A Try]. Everything between these two extremes is also covered. From the punked-up pace of “Legacy of Empty Buildings” to the almost-rambling “Southern Rock Anthems,” this record has a nice musical diversity that helps keep it interesting. The closer, a cover of Bruce Springsteen’s “No Surrender” ties the entire package together nicely.

Lyrically this album dances around the theme of the band’s hometown, Cleveland Mississippi. It tackles a wide spectrum of issues, be they personal, social or political [and make no mistake, the three are always overlapping]. The genocide of Native Americans has been tackled in song before, but never as eloquently as “This is our original sin/our eulogy on a bathroom wall/and some movie that we never cried at/about your family dead on the side of the road/no wonder they hate us.” The lyrics are always thought-inducing and paint vivid pictures, although they tend towards the generic end of things on select cuts.

If one thing shines through on this album, it’s that One Reason are an amazing band with the clout to write one of the best and most important punk albums of the past five years. However, this is not that album. This is just a rocking, fun and thoughtful record. It sounds like the band had a good time making this and put energy into these performances, but it’s not mindless by any means. I look forward to checking out their future efforts to see if they produce that life-changing album. (http://www.plan-it-x.com/)